Aktion: Nievern summt und brummt
Aktion: Nievern summt und brummt
Pilotprojekt für ein bienenfreundliches Dorf
Die ersten sonnigen Tage liegen hinter uns und die Pflanzen- und Tierwelt erwacht wieder. Wer im vergangenen Herbst Blumenzwiebeln in seinem Garten vergraben hat, wird nun daran erinnert, da die ersten Krokusse zaghaft ihre Köpfe durch die Erde stecken. Auch die ersten Bienen und andere Insekten summen, noch etwas träge, zwischen den bereits blühenden Pflanzen umher.
Bedeutung der Bienen
Bienen sind unverzichtbare Akteure in unserem Ökosystem. Sie sind für die Bestäubung vieler Pflanzen verantwortlich und tragen entscheidend zur Erhaltung der Biodiversität bei. Hier sind einige wichtige Punkte zur Rolle der Bienen:
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Bestäubung: Etwa ein Drittel der Nahrungsmittel, die wir konsumieren, hängt von der Bestäubung durch Bienen und anderer Insekten ab. Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Beeren sowie viele Gemüsesorten sind auf die Bestäubung angewiesen.
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Ökologische Vielfalt: Bienen fördern die genetische Vielfalt von Pflanzen, indem sie Pollen zwischen verschiedenen Blüten transportieren. Diese Vielfalt ist entscheidend für die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber Krankheiten und Umweltveränderungen.
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Wirtschaftlicher Wert: Die wirtschaftliche Bedeutung der Bestäubung durch Bienen ist enorm. Schätzungen zufolge tragen Bienen jährlich Milliarden Euro zur Landwirtschaft bei, indem sie die Erträge von Obst und Gemüse steigern.
Pilotprojekt: Bienenfreundliches Nievern
In diesem Jahr möchten wir in einem Pilotprojekt herausfinden, wie bienenfreundlich Nievern tatsächlich ist. In vielen Bereichen unseres Dorfes gibt es ungenutzte Pflanzbeete, private oder öffentliche Rasenflächen sowie Vorgärten, die noch Platz für Blumen bieten.
Zielsetzung des Projekts
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Schaffung von Lebensräumen: Durch die Umwandlung ungenutzter Flächen in blühende Oasen für Bienen und andere Bestäuber schaffen wir wertvolle Lebensräume.
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Sensibilisierung der Bevölkerung: Wir möchten das Bewusstsein für die Bedeutung von Bienen und deren Schutz stärken.
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Förderung der Artenvielfalt: Durch die Pflanzung bienenfreundlicher Blumenarten tragen wir zur Erhöhung der Biodiversität in unserer Umgebung bei.
Zusammenarbeit mit der Heckebock-First-Gruppe
In Kooperation mit der Heckebock-First-Gruppe bietet die Gemeinde an, diese kleinen, ungenutzten Flächen in wahre Bienen- und Hummelmagnete zu verwandeln.
Anforderungen an die Flächen
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Kleinere Flächen: Wir suchen gezielt nach kleineren, ungenutzten Flächen, da große Wiesenflächen aufgrund der notwendigen Bewässerung ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringen.
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Bepflanzung: Die bepflanzten Flächen benötigen insbesondere nach der Aussaat und in heißen Sommermonaten regelmäßige Bewässerung. Da dies von der Gemeinde nicht gewährleistet werden kann, suchen wir nach Blumenpaten.
Schönes Projekt für Familien mit Kindern
Besonders für Familien mit Kindern könnte dies ein schönes Projekt sein. Hier sind einige Vorteile:
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Beobachtung der Natur: Kinder können das Wachstum und die Blüte der Pflanzen beobachten und lernen, wie wichtig Bienen für die Natur sind.
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Gemeinsame Aktivitäten: Das Pflanzen und Pflegen der Blumen bietet eine wunderbare Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten im Freien.
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Ökologisches Bewusstsein: Durch das direkte Erleben der Natur können Kinder ein ökologisches Bewusstsein entwickeln und die Bedeutung von Umweltschutz verstehen.
Regionale Produkte und Bienen
Der regionale Honig, den man beispielsweise in Nievern in der Bäckerei Walldorf oder auch in der Früchter Straße an einer Honigtankstelle erwerben kann, schmeckt im Spätsommer gleich doppelt so gut. Die Arbeiterbienen, welche aus Miellen stammen, fliegen auf ihrer Nektarsuche bis nach Nievern und tragen so zur Bestäubung der lokalen Flora bei. Aber auch in Nievern gibt es mittlerweile den ein oder anderen Hobbyimker.
Vorteile von regionalem Honig
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Natürliche Süße: Regionaler Honig ist nicht nur lecker, sondern enthält auch viele gesunde Inhaltsstoffe, die das Immunsystem stärken.
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Unterstützung der lokalen Wirtschaft: Durch den Kauf von lokal produziertem Honig unterstützen wir die Imker vor Ort und tragen zur Erhaltung der Bienenpopulation bei.
Teilnahme und Aussaataktion
Jeder Nieverner Bürger, der Freude an der Idee eines farbenfrohen Nievern hat und eine geeignete Fläche kennt, kann an der Aktion teilnehmen.
Details zur Aussaat
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Aussaatzeitpunkt: Die Aussaataktion wird im April stattfinden.
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Blumenmischung: Ausgesät wird eine Blumenmischung, die 40 bis 80 cm hoch wird und von Juni bis Oktober blüht. Diese Mischung ist sorgfältig ausgewählt und mit dem Naturparkreferenten Stefan Eschenauer vom Naturpark Nassau abgestimmt, um eine Vielzahl von Nektar- und Pollenquellen für Bienen zu bieten.
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Eigenregie: Selbstverständlich kann die Aussaat auch in Eigenregie, ohne Unterstützung der Heckebock-First-Gruppe, erfolgen.
Unterstützung und Spenden
Über Spenden zum Erwerb des Saatguts würden wir uns sehr freuen. Auch Nicht-Blumenbeet-Paten, die die Idee eines bunten und ökologischen Nievern unterstützen möchten, können sich gerne mit einer Geldspende einbringen.
Wie Sie helfen können
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Blumenpaten: Werden Sie Blumenpate und helfen Sie uns, die ungenutzten Flächen zu bepflanzen und zu bewässern.
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Spenden: Jede Spende, egal wie klein, trägt zur Verwirklichung unseres Projekts bei.
Ansprechpartner/Kontakt
Interessierte Insekten- und Blumenfreunde können sich per E-Mail unter nievernsummtundbrummt@web.de oder telefonisch bei Jochen Hirsch unter 96 58 731 anmelden. Bei einer Anmeldung per E-Mail schadet es nicht ein Foto der entsprechenden Fläche mitzusenden.
Gemeinsam können wir Nievern zu einem blühenden und bienenfreundlichen Ort machen! Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um die Schönheit und Vielfalt unserer Natur zu fördern und die wichtige Rolle der Bienen zu würdigen.
Dank an Jochen Hirsch
Ich darf an dieser Stelle ganz herzlich Ratsmitglied Jochen Hirsch für die Idee und den Vorschlag zu diesem Projekt danken, das auch in der letzten Ratssitzung große Unterstützung aller Ratsmitglieder fand. Der Klimaschutzpate der Ortsgemeinde Stefan Lenz hat Jochen Hirsch (rechts) schon mal eine Packung der „Veitshöchheimer Bienenweide“ überreicht, die rund 225.000 Samen von mehr als 60 Sorten bienenfreundlicher Pflanzen enthält. Die „Heckebock-First-Gruppe“ plant eine Fläche auf dem schmalen Wiesengrundstück der Ortsgemeinde in der Mittelstraße als Muster für die Aussaat vorzubereiten.
Die Ortsgemeinde würde sich freuen, wenn sich viele Mitbürgerinnen und Mitbürger an der Idee von Jochen Hirsch, der schon seit Jahren sein Grundstück (und freiwillig das gegenüberliegende der Ortsgemeinde) in der Gartenstraße entsprechend pflegt, beteiligen würden. Ob mit eigenen Aktionen oder im Rahmen einer Patenschaft, damit unser Dorf (noch) bunter und zudem bienenfreundlich gestaltet wird.
Ihr/euer
Lutz Zaun
Ortsbürgermeister






