Ökologische Entwicklung der Lahnanlagen

Mähplan Lahnanlage

In der vorletzten Ratssitzung setzte sich der Gemeinderat mit der zukünftigen Gestaltung und dem nicht unerheblichen Pflegeaufwand der Lahnanlagen auseinander. Über den mit der Wasserschifffahrtsverwaltung und damit dem Bund bestehenden Pachtvertrag ist ausschließlich die Ortsgemeinde dafür zuständig.

Erster Beigeordneter Peter Nörtershäuser hatte sich mit den in diesem Zusammenhang auftretenden Problemstellungen befasst und erläuterte den Ratsmitgliedern einen auch in Abstimmung mit den anderen zu beteiligenden öffentlichen Stellen festgelegten Mähplan, der durch den Gemeindemitarbeiter auch schon umgesetzt wurde.

Die öffentliche Grünlandfläche der Lahnanlage (vom Denkmal bis zum Badeplatz) in einer Gesamtgröße von ca. 4500 - 5000 m2 wurde im vergangenen Jahr einmalig gemäht. Durch diese einmalige Mahd entwickelte sich ein stark überständiger Aufwuchs, der von Teilen der Bevölkerung als ungepflegt wahrgenommen wurde. Gleichzeitig unterliegt die Fläche aufgrund ihrer Lage am Gewässer besonderen Anforderungen an den Arten und Gewässerschutz.

Es besteht somit ein Zielkonflikt zwischen:

  • ökologisch sinnvoller extensiver Pflege und
  • dem berechtigten Anspruch der Öffentlichkeit auf ein gepflegtes Erscheinungsbild.

Um diesen Konflikt zumindest in Teilen zu lösen, sollte Ziel die Einführung eines pflege- und akzeptanzorientierten Mähplans für die genannte Fläche sein. Dieser Plan soll

  • ein geordnetes und gepflegtes Landschaftsbild sicherstellen,
  • die Überständigkeit des Aufwuchses vermeiden,
  • den Schutz von Arten und Gewässern gewährleisten und
  • die Akzeptanz in der Bevölkerung nachhaltig verbessern.

Als Grundzüge des geplanten Mähplans wurde vorgegeben:

  • Mähtermine der überständigen Kernfläche ca. 01.06 und 15.09
  • Mulchtermine der Laufflächen nach Bedarf
  • Schonende, abschnittsweise Pflege des Gewässerrandstreifens (ca. 2m Breite)
  • Regelmäßiges Abräumen des Mahdguts in der Kernfläche
  • Sauber gemulchte Wege und Randbereiche als sichtbares Pflegesignal

Vorteile des gestaffelten Mähplans:

  1. a) Ökologische Vorteile
  • Erhalt von Blühpflanzen und Lebensräumen für Insekten, Amphibien und Kleintiere
  • Rückzugsräume bleiben über das Jahr hinweg erhalten
  • Schutz des angrenzenden Gewässers durch bewachsene Randstreifen
    (Reduktion von Nährstoffeinträgen, Erosionsschutz)
  • Förderung einer artenreicheren und stabileren Grünlandvegetation

  1. b) Pflege- und Flächenvorteile
  • Vermeidung von stark überständigem und verfilztem Aufwuchs
  • Gleichmäßigeres Erscheinungsbild der Fläche
  • Flexiblere Pflege unter Berücksichtigung von Witterung und Aufwuchs

  1. c) Vorteile für Akzeptanz und Öffentlichkeitswirkung
  • Kurz gemähte Teilflächen signalisieren regelmäßige Pflege
  • Stehen gelassene Bereiche sind als Schutzflächen erklärbar
  • Reduzierung von Beschwerden aus der Bevölkerung
  • Positives Bild der Gemeinde im Umgang mit Natur und Landschaft

 

Der Vorsitzende dankte Peter Nörtershäuser für die Vorstellung des Mähplans, der auch die breite Zustimmung der Ratsmitglieder fand und als Chance für die ökologische Entwicklung bei gleichzeitiger Reduzierung des notwendigen Pflegeaufwands der Lahnanlagen gesehen wird.

Nutzung als Freizeitbereich

Ebenso soll dem berechtigten Freizeitbedürfnis der Nieverner Bevölkerung, aber auch auswärtigen Gästen Rechnung getragen werden und der für diese Zwecke zur Verfügung stehende Bereich mit natürlichen Mitteln begrenzt werden. Dazu wird die Fläche am ehemaligen Badeplatz, die bis zum Kinderspielplatz schon zum ausgewiesenen „Naturschutzgebiet Nieverner Wehr“ gehört, regelmäßig gemäht und kann moderat für Freizeitzwecke im gebotenen Rahmen genutzt werden. Dies bedeutet, dass auch wegen dem unmittelbar angrenzenden Wohngebiet die Gefahrenabwehrverordnung der VG Bad Ems-Nassau zu beachten ist, Lärm und sonstige Störungen zu vermeiden sind, Grillen verboten ist und das Gelände nach der Nutzung unter Mitnahme des eigenen Mülls zu verlassen ist. Der Aufenthalt und damit auch der Zugang zur Lahn geschehen zudem auf eigene Gefahr.

Die Ortsgemeinde hofft, mit dieser Maßnahme möglichst vielen Interessen gerecht werden zu können und ist dabei aber auf die Unterstützung sowie das Verständnis zumindest der meisten Nutzer angewiesen.

Dafür danke ich ganz herzlich.

 

Lutz Zaun

Ortsbürgermeister