Naturschauspiel – „Nieverner Biber“
Einen eher seltenen und eigentlich vor allem dämmerungs- oder nachtaktiven Gast konnte man unlängst im Bereich der Emser Straße am Ufer der Lahn bei der Arbeit beobachten. Seines Zeichens ein Eurasischer Biber (castor fiber) hatte (oder hat) offensichtlich auf seinem Weg lahnaufwärts Station am Nieverner Lahnufer gemacht und nebenbei schon mal einige Weiden „bibergerecht“ bearbeitet und gefällt.
Der Biber war ursprünglich in Europa weit verbreitet, wurde jedoch bis ins 19. Jahrhundert hinein vom Menschen verfolgt und verschwand in weiten Teilen Europas und fast ganz Deutschland. Durch konsequente Schutzmaßnahmen und Auswilderungen im 20. Jahrhundert haben sich die Bestände des Bibers in den letzten Jahrzehnten wieder deutlich erholt. Er lebt in langsam fließenden und stehenden Gewässern mit Gehölzen nahe dem Ufer. Wie kein anderes Tier gestaltet der Biber die Landschaft nach seinen Ansprüchen: Er fällt Bäume, baut Burgen und Dämme und staut Bäche auf. Dadurch schafft er nicht nur sich, sondern auch vielen Pflanzen und Tieren einen geeigneten Lebensraum.
Er gestaltet seine Umwelt so umfangreich wie kaum eine andere Tierart. Damit schafft er eine Vielfalt an Lebensräumen und Strukturen und trägt wesentlich zur Dynamik von Gewässerlandschaften bei. Die vom Biber gestalteten Flüsse bieten den besten Hochwasserschutz. Als ausgesprochenes Familientier lebt er in Biberbauen, die auf verschiedene Weise errichtet werden können und immer einen sogenannten Wohnkessel und einen Eingang unter Wasser haben.
Die Angaben zu der unter Naturschutz stehenden Tierart sind der Webseite der Deutschen Wildtierstiftung (https://www.deutschewildtierstiftung.de) entnommen, die weitere interessante Informationen nicht nur zum Biber sondern überhaupt zum Thema Wildtierschutz enthält.
Für den Fotografen hatte der „Nieverner Biber“ seine Arbeit kurz unterbrochen und entschwand anschließend…. in die Mittagspause.
Lutz Zaun
Ortsbürgermeister


